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Wie läuft das mit der Förderung am Heimathaus?
Das liebe Geld und wie man dran kommt

Wir haben nun gehört: “ Am Heimathaus passiert nichts! Wo ist das Geld hin? Warum ging es nicht weiter?“.

Nun, im Moment passiert wieder was, aber nicht da, wo wir schon sein wollten – nämlich bei Fenstern, Putz und Farbe – sondern am Nebengebäude. Das ist nicht so schön und „hängt“ da eigentlich seit Jahrzehnten als Ruine in der Gegend.

Das Heimathaus wird vom Land Hessen im Zuge der Dorfentwicklung Sinn gefördert (35 % vom Nettobetrag). Dazu gibt es Förderrichtlinien, die besagen, dass auf unseren Antrag hin Mittel zur Verfügung gestellt werden. Die bekommen wir, wenn wir dann nachweisen, dass wir Geld aufgewendet haben, was dem Förderzweck entspricht und die Rechnung bezahlt haben. Wie bei der Heizung oder anderen staatlich geförderten Maßnahmen.

Wir haben zwei Förderobjekte: Das Haupthaus (siehe Tafel), wo wir bereits 2023/2024 die Wände saniert haben und jetzt noch die neuen Fenster und der Aussenputz fehlen. Und das Nebengebäude (Foto) in einer weiteren Förderung, wo wir nun ebenfalls das Fachwerk sanieren. Das kam nun dazu, weil ein gemeinsames Dach es erfordert, das untendrunter alles in Ordnung sein muss. Eine Herausforderung, die wir gerne geschoben hätten, die aber nun angenommen wurde. Und – aufgepasst!“ – der Denkmalschutz dieses Nebengebäude nun neu klassifiziert hat. Vom Schrotthaufen zu einem authentischen Teil der Sinner Ortsgeschichte. Wir kommen damit vom Einzelhaus zur Gebäudereihe, mit der wir Ortsgeschichte erhalten. Und so ist es nun genehmigt. Nicht geplant, und voller Entdeckungen, die wir nicht kannten.

Wegen der Haushaltslage von Bund und Ländern ist zudem die Auszahlung der Fördermittel gestreckt worden – bei uns von 2024 bis 2027. Bedeutet: Selbst wenn wir nun mit Allem fertig wären, ziehen sich die Rückflüsse aus der der Förderung bis 2027.

Aus diesem Grund mache ich als Kassier des Förderkreises das Ganze schrittweise. Mit Hilfe der Rückflüsse aus 2024 können wir einen Teil der Baumaßnahme 2025 finanzieren und so weiter.

Würden wir alles auf einmal durchziehen, hätten wir in einer Hochzinsphase die gesamte Bausumme finanzieren müssen. Das bringt zwar schnellen Erfolg, kostet aber auch viel, weil geliehenes Kapital seinen Preis hat.

So richtet sich der Baufortschritt massgeblich nach den Förderrückflüssen, wie sie uns im Bescheid mitgeteilt wurden. Das ermöglicht es uns, dass von jedem Euro Spenden Balken, Lehm und Fenster gekauft werden und fast nichts davon in sonstige Kosten fliesst. Und die Förderbehörde prüft das nochmal bis auf den Cent, bevor sie Geld an uns auszahlt.

Alle Spenden gehen somit 1:1 in zweckgebundene Rücklagen, die aufgelöst werden, wenn der Verwendungszweck eintritt.

Als gemeinnütziger Verein, der Spendenbescheinigungen ausstellt, sind wir angehalten, so zu verfahren und das peinlich genau zu dokumentieren.

Würden wir einen Verbrauchermarkt bauen, der möglichst schnell Rendite abwerfen soll, wäre das Vorgehen ganz anders: Schnell fertig werden! Wir erwarten keine Rendite, weil es ein gemeinnütziges Projekt ist. Darum wird es ja gefördert.

Und darum gilt: Eins nach dem Anderen, unerwartete Herausforderungen bewältigen und zum richtigen Zeitpunkt das Richtige tun! Der Vorstand des Förderkreises hat dafür die nötige Ruhe und Gelassenheit, nichts drängt uns und wir sind bei diesem Vorgehen immer Herr des Handelns. Weil Baufortschritt und Finanzierung in Schritten vollzogen werden. Einen Schritt abhaken, bis er bezahlt ist und dann den nächsten. Und damit können wir auch neue und unerwartete Herausforderungen annehmen, wenn wir das so wollen.

Und das gelingt gut und wird nicht nur wunderschön, sondern auch urgemütlich – wie wir es haben wollen.